Seit ein paar Monaten häufen sich bei mir Mails, die alle ungefähr gleich anfangen. Zwanzig Jahre lang hat dasselbe Deo gereicht, und plötzlich riecht das frische Shirt schon am frühen Nachmittag. Keine neue Seife, kein anderes Waschmittel, keine Ernährungsumstellung. Es ist einfach da.
Was in diesen Mails auch fast immer steht: Sie haben längst mehr probiert als nur ein anderes Deo. Zweimal duschen. Andere Waschmittel. Die teure Apothekenmarke. Manche waren beim Arzt und haben gehört, das seien eben die Hormone und mehr könne man da nicht machen.
Ich habe mich deshalb ein paar Wochen in das Thema eingelesen und dabei ziemlich viel gelernt, was ich vorher nicht wusste. Auffällig war vor allem eins: In den Antworten tauchte immer wieder dasselbe Produkt auf, eine Deo Creme statt eines Sprays. Das hat mich neugierig gemacht.
Hier sind die sechs Gründe, die dabei am häufigsten genannt wurden.
- Zweimal duschen.
- Andere Waschmittel.
- Die teure Apothekenmarke.
Der Geruch kommt gar nicht vom Schweiß
Das war für mich der Punkt, an dem sich alles gedreht hat.
Schweiß selbst riecht so gut wie nach nichts. Was riecht, sind Bakterien, die auf der Haut sitzen und den Schweiß zersetzen. Du kennst das von einem nassen Handtuch, das zwei Tage im Bad liegen bleibt und irgendwann muffig riecht, obwohl Wasser geruchlos ist. Unter den Achseln läuft genau dasselbe ab.
Das erklärt auch, warum Duschen nur so kurz hilft. Du wäschst den Geruch ab, aber die Bakterien bleiben, und der Nachschub kommt sowieso. Nach ein paar Stunden fängt es von vorne an.
Und es nimmt eine Menge Druck raus. Wer in dieser Situation denkt, sie sei nicht gründlich genug, sucht an der falschen Stelle.
Und es nimmt eine Menge Druck raus.
Zwei Sorten Schweiß, und nur eine davon macht Ärger
Das ist der Grund, an dem in meinen Mails die meisten hängenbleiben.
Der Körper hat zwei verschiedene Sorten Schweißdrüsen. Die einen kühlen dich und geben fast nur Wasser ab. Die anderen sitzen vor allem in den Achseln und geben etwas völlig anderes ab, nämlich einen dickeren Schweiß mit Fett und Eiweiß darin. Und genau davon leben die Geruchsbakterien am besten.
Deswegen riecht Schweiß an den Achseln anders als Schweiß auf der Stirn, obwohl beides Schweiß ist.
Viele Frauen berichten, dass sie den Unterschied genau in den Wechseljahren zum ersten Mal wirklich bemerken. Was ich dazu ehrlich sagen muss: Ich habe keine belastbare Studie gefunden, die genau diesen Zusammenhang für die Wechseljahre sauber belegt. Was es gibt, sind sehr viele Frauen, die dasselbe beschreiben, und der bekannte Umstand, dass diese Drüsen auf Hormone reagieren. Für mich war das genug, um weiterzulesen, aber ich schreibe es lieber dazu.
„Ich habe keine belastbare Studie gefunden, die genau diesen Zusammenhang für die Wechseljahre sauber belegt.“
Ein Antitranspirant kämpft gegen den falschen Gegner
Den hatte ich selbst nicht auf dem Schirm.
Ein Antitranspirant mit Aluminiumsalzen verengt die Ausgänge der Schweißdrüsen, damit weniger Schweiß nach außen kommt. Es tut also etwas gegen die Menge. Gegen die Bakterien, die den Geruch überhaupt erst machen, tut es nichts, und die sitzen weiter da und warten einfach, bis wieder etwas für sie ankommt.
Das erklärt das Muster, das mir so oft geschrieben wurde: morgens hält es, mittags ist es wieder da. Und je stärker das Mittel, desto häufiger kommen Berichte über Brennen nach der Rasur und gelbe Ränder in hellen Blusen dazu.
Ein Antitranspirant mit Aluminiumsalzen verengt die Ausgänge der Schweißdrüsen, damit weniger Schweiß nach außen kommt. Es tut also etwas gegen die Menge.
Zink geht direkt gegen die Geruchsbakterien vor.
Natron ist natürlich und trotzdem das Gegenteil von sanft
Bei diesem Punkt haben mir mehrere Leserinnen geschrieben, dass sie das gerne früher gewusst hätten.
Sehr viele Naturdeos arbeiten mit Natron. Das klingt harmlos, ist aber stark basisch, und die Haut ist von Natur aus leicht sauer. Dieser leicht saure Film ist genau der Schutz, der Geruchsbakterien in Schach hält. Wer ihn jeden Morgen wegkippt, macht es kurzfristig besser und mittelfristig schlechter, und dazu kommen die roten Pickelchen nach dem Rasieren, die in dieser Produktgruppe so viele kennen.
Für mich ist das der ärgerlichste Punkt der ganzen Recherche. Da greifen Frauen bewusst zur schonenderen Variante und landen bei etwas, das die Haut mehr belastet als das, was sie vorher hatten.
Dieser leicht saure Film ist genau der Schutz, der Geruchsbakterien in Schach hält. Wer ihn jeden Morgen wegkippt, macht es kurzfristig besser und mittelfristig schlechter, und dazu kommen die roten Pickelchen nach dem Rasieren, die in dieser Produktgruppe so viele kennen.
Zink und Magnesium setzen an der Stelle an, an der der Geruch entsteht
Und damit zu dem Produkt, das in meinen Mails immer wieder auftauchte.
Es ist eine Creme, kein Spray, und sie arbeitet mit zwei Mineralien. Zink geht direkt gegen die Geruchsbakterien vor. Dazu gibt es eine doppelblinde Studie aus Kopenhagen, in der nach knapp zwei Wochen deutlich weniger dieser Bakterien nachweisbar waren, und die Teilnehmenden haben von sich aus gesagt, dass der Geruch weg war, ganz ohne Parfüm in der Rezeptur.
Magnesium macht die Haut unter den Achseln weniger sauer, allerdings ohne den Schutzfilm zu zerstören, den Natron wegkippt. Und weniger sauer heißt hier: Den Bakterien fehlt die Grundlage, auf der sie den Geruch überhaupt erst produzieren.
Kein Blockieren. Kein Überdecken.
Dazu gibt es eine doppelblinde Studie aus Kopenhagen, in der nach knapp zwei Wochen deutlich weniger dieser Bakterien nachweisbar waren, und die Teilnehmenden haben von sich aus gesagt, dass der Geruch weg war, ganz ohne Parfüm in der Rezeptur.
Die Basis entscheidet, ob es bis mittags hält oder bis abends
Der Grund, der mich am Ende überzeugt hat, ist der unspektakulärste.
Beide Mineralien sitzen in einer Basis aus verseiftem Olivenöl. Die gibt sie nicht auf einmal ab, sondern über den Tag verteilt nach und nach. Genau daran scheitern viele Naturdeos: Der Wirkstoff ist gut, aber er ist nach vier Stunden aufgebraucht.
Praktisch heißt das: morgens eine erbsengroße Menge unter jede Achsel, und mehr musst du an deinem Tag nicht ändern. Kein Nachlegen, keine Feuchttücher in der Handtasche, keine zweite Dusche mittags.
Die Hersteller nennen diese Kombination aus den beiden Mineralien und der Olivenölbasis den OleaMineral Complex. Der Name ist mir persönlich egal, die Logik dahinter fand ich nachvollziehbar.
- Kein Nachlegen
- keine Feuchttücher in der Handtasche
- keine zweite Dusche mittags
Mein Fazit
Ich bin bei Naturkosmetik grundsätzlich skeptisch, weil in dieser Ecke viel behauptet und wenig erklärt wird. Was mich hier überzeugt hat, ist, dass die Erklärung an jeder Stelle nachvollziehbar bleibt, und dass sie auch erklärt, warum die bisherigen Versuche scheitern mussten.
Wenn du seit den Wechseljahren von Produkt zu Produkt springst und keins hält, ist das für mich der sinnvollste nächste Schritt. Es gibt eine Geld zurück Garantie, du riskierst also nichts außer ein paar Minuten.